Posted in Cycle and tagged TorTour, team-wiggle, cyclocross

Ende Februar, ein CX-Etappenrennen in der Schweiz? Das klingt nach Schnee, nach Minusgraden und einer großen Herausforderung.

---

Wann fangt ihr wieder ernsthaft an jeden Tag im Sattel zu sitzen? Im März? So ab Ostern? Bestimmt nicht unbedingt direkt im Februar...

Ich habe ja die „Nebensaison“ schon immer geliebt. Das Training konnte vertieft und alles genau analysiert werden. Aber sobald das neue Jahr dann anfängt, kann ich die ersten Events im Frühling wirklich kaum abwarten. Da kam so ein „Winterklassiker“ für mich genau richtig!

 

TorTour CX - Ultra-Cross Racing

Das TorTour Cyclocross Etappenrennen in Glattfelden in der Nähe von Zürich ist ein 3-Tage Rennen:

  • Kurzer Prolog am Freitag
  • Längere & bergige Etappen am Samstag & Sonntag

Bei der Jahreszeit kann vor allem auch das Wetter zur Herausforderung werden!

 

Meine Ausrüstung

Für das TorTour CX Rennen angemeldet hatte ich mich letztes Jahr im Herbst. Seitdem war ich am Grübeln, was ich wohl anziehen sollte.

In meinem Blog Saisonstart 2017 - Das TorTour Cyclocross Etappenrennen in der Schweiz hab ich euch einen kleinen Überblick über die Wahl der Ausrüstung gegeben.

TorTour Ausrüstung

Das Rennen

Los geht's. Ab in die Schweiz nach Glattfelden zwischen den Alpen und Zürich.

Und jetzt kommt's: Gegen all meiner Planung sollte das Wetter freundlich und sonnig werden! Ich glaub, ich hatte zu viele warme Sachen eingepackt...

Prolog - 23 Kilometer, 450 Höhenmeter

Kurz, aber brutal: 23 km, 8 Runden über eine bösartig auf und ab führende Strecke.

Wie bei allen CX-Rennen war von Anfang an Volldampf angesagt. Von der Startlinie bis zum ersten fast senkrechten Anstieg waren es nur wenige Meter. Nett.

Meine Lungen, Beine und Bremsen waren absolut am Ende. Geschafft hab ich es auf den 7. Platz. Mein Körper wusste glaub ich echt nicht so recht wie ihm geschah...

TorTour Cyclocross

Castelli Gabba 2

1. Etappe - 80 Kilometer, 830 Höhenmeter

Es ging durch die Ausläufer der Alpen, über Waldwege und durch auftauende Flussbetten. Die Witterung war recht trocken und es versprach also eine schnelle Etappe zu werden.

Und auf Los ging's los! Das Fahrerfeld hat sich ziemlich schnell ausgedünnt. Unsere Hindernisse waren:

  • Singletrails durch weite Felder
  • Rasendschnelle Straßenabfahrten
  • Über 100 Treppenstufen
  • Brutales Rahmen-Schultern!

Es war für mich eine gute Etappe: Ich saß in der zweiten Gruppe und konnte diese Position gut halten. Nach den 80 km war aus der 15er Gruppe eine 2er Gruppe geworden. Zwar hab ich den Sprint zur Ziellinie vermasselt, bin mit meinem 5. Platz aber zufrieden gewesen.

ToRTour CX

 

2. Etappe - 74 Kilometer, 1530 Höhenmeter

Während es gestern noch Singletrails und Waldwege und einen schnellen, flüssigen Fahrablauf gab, dann lief die heutige Etappe unter dem Motto „Vertikal".

Und direkt nach dem Startschuss war volle Leistung angesagt. Wieder hab ich es nicht in die führende Gruppe aus 5 Fahrern geschafft und blieb im Verfolgerfeld.

Als ich dann versuchte diese Lücke zu schließen, gelang mir das erst kurz vorm ersten richtig harten Anstieg. Als sei die Aufholjagd schon nicht anstrengend genug gewesen...

Es ging wirklich regelrecht 90° senkrecht nach oben! Hinauf bis über die Schneefallgrenze. Minus 2° C, gefrierender Nebel - genau das hatte ich erwartet und mein Outfit erst recht!

Die Gruppe war dann schnell um die 2 Profis ärmer und so waren wir dann noch zu viert und haben uns alle Mühe gegeben, die Lücke nicht noch größer werden zu lassen. Die beiden Schweizer in unserer 4er Gruppe haben sich im Schnee wie zu Hause gefühlt und waren ruckzuck auf und davon, während ich mich auf dem vereisten Weg zurück ins Tal quälte.

Die letzten 20 km war dann einfach nur jagen angesagt. Von der Landschaft hab ich kaum mehr was mitbekommen, so schön sie auch war. Und letztendlich wurde ich Vierter!

Das macht mich auch zum 4. in der Gesamtwertung.

dhb aeron winter hose

TorTour 2017 Ergebnis

Nach der Zieleinfahrt hab ich mir erstmal eine warme Brühe und Nudeln gegönnt und mich einfach gefreut, was dieses Rennen für ein gelungener Start in die Saison war:

  • Unfassbar anstrengend
  • Unfassbar technisch
  • Unfassbar schöne Landschaft

Resümee

Das Wetter war milder als gedacht. Weniger Schlamm und weniger Schneematsch als letztes Jahr.

Dennoch hat es an meine Ausrüstung wirklich einige Ansprüche gestellt. Das hier sind meine Top 5 in Sachen Top-Leistung:

1. Winterhandschuhe - Mit dünnen Handschuhen kommt ihr beim TorTour nicht weit! Eine Stunde rasant bergab - das machen keine Finger mit bei dem kalten Wind. Daher meine Gewinner, die GripGrab Polaris Winter Radhandschuhe.

2. Winter Radschuhe - 100 Stufen mit pitschnassen Überschuhen? Nicht zu empfehlen. Daher braucht ihr richtige Winterradschuhe im Halbstiefeldesign. 

3. Multi-Talente - Das Highlight meines Outfits: die Sportful Fiandre Extreme Neoshell Jacke zusammen mit dem Sportful BodyFit Pro Baselayer. Eine atmungsaktive Kombi, die beim Klettern und auf Abfahrten für stets beste Körpertemperatur gesorgt hat.

4. Reifen - Ein Satz neue Schwalbe X-One Bite Reifen durfte mit zum TorTour. Phänomenal gut! Griffig auf dem Eis, aber auch besonders schnell auf den Asphalt-Abschnitten. Kein Platten.

5. Natürlich: das richtige Fahrrad - Es waren ernsthaft Leute mit Mountainbikes am Start! Bei den bergigen Abfahrten hab ich die zwar beneidet, aber mein Kona Private Jake war mir am Ende doch das Liebste! Schnell, wendig und es steht sicher auf beiden Beinen.

Kona Private Jake

Das TorTour war, was das Wetter anging, zwar gütig dieses Jahr, aber hart genug war es allemal!

Es war wirklich eine Herausforderung und mit Sicherheit nichts für Leute, die zum ersten Mal Rennluft schnuppern wollen.

Nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei!

Über den Autor

Tim Wiggins
Published on: 06 Mär 2017

Tim Wiggins is an avid cyclist, involved in all aspects of the sport. Whether it is mountain bike marathons, or 500km road rides... he loves life on two wheels. He is also a keen trail runner in the off-season!