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"Ist es ein Rennrad oder ein Geländerad? Ist es ein Cityrad? Oder ein Tourenrad? - Es ist alles in Einem."

So habe ich das Kona Rove ST zusammenfassend beschrieben, als ich zuerst auf ihm fuhr und es bewertete. Ich stehe immer noch zu meiner Aussage, aber jetzt wollte ich es noch einmal auf die Probe stellen, um herauszufinden, wie es sich auf Asphalt fahren lässt.

Die Familie meiner Frau lebt in Silverstone und als meine Frau sie für eine Woche besuchte, beschloss ich, am Wochenende vorbeizukommen und anschließend den ganzen Weg nach Hause mit meinem Rad zurückzufahren. Mit ca. 193 Kilometern war es die perfekte Testfahrt mit dem Kona Rove.

Die erste Hälfte der Fahrt war ein Kinderspiel. Die Straßen waren überwiegend glatt und flach und die meiste Zeit leer und es gab sogar genügend Wolken, die für eine angenehme Temperatur sorgten. Die Geometrie des Rove fördert definitiv eine aufrechtere Sitzposition und ist auf lange Strecken ausgerichtet im Vergleich zu Rennrädern, bei denen man gebeugter sitzt. Dadurch eignet es sich perfekt für lange Touren im Sattel. Das es nicht so schnell fährt wie spezielle Endurance- und Rennräder, heißt nicht, dass es langsam ist. Ich konnte für die ersten 95 Kilometer locker ein Tempo von durchschnittlich ca. 30 km/h beibehalten (was für meine Verhältnisse schnell ist).

 

Nach einer kurzen Kaffeepause in Pangbourne, machte ich mich wieder auf den Weg und ich fühlte mich gut. Na ja,... zumindest bis ich nach Basingstoke kam. Ich hatte komplett unterschätzt, wie viel Mühe es kosten würde, mitten durch die Stadt zu radeln. Der Radweg war lückenhaft und ich schien ihn fast die ganze Zeit mit anderen Fußgängern teilen zu müssen. Mit all dem ganzen Anfahren und Bremsen erreichte ich schließlich schweißgebadet die andere Seite.

Ich freute mich, aus der Stadt herauszukommen und wieder auf Landstraßen fahren zu können, allerdings stellte das Gelände langsam eine echte Herausforderung dar und mit Temperaturen über 25°C wurde die Fahrt langsam anstrengend. Ich hatte mit den Anstiegen wirklich zu kämpfen, aber auch an den Abfahrten konnte ich mich nicht so wirklich erfreuen und bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich die 160 Kilometer erreichte, fühlte ich mich einfach nur kaputt. Und dann, als ich mir schon wünschte, den Zug genommen zu haben, stieß ich auf die perfekte Lösung für meine geschundenen Füße, die Old Meon Valley Eisenbahn.

 

Obwohl ich das Fahrrad nur auf der Straße testen wollte, konnte ich der Versuchung, auch auf Schotterwegen zu fahren, nicht widerstehen. Zweifelsohne ist das Kona Rove ST gut auf der Straße, aber auf Schotterwegen ist es wirklich genial. Nur 10 Kilometer auf astreinem, holprigem Südküsten-Asphalt reichten aus, um meine Füße wieder zum Leben zu erwecken.

Als ich für das letzte Stück wieder auf normalen Asphalt zurückkehrte, war ich nur noch 20 Kilometer von zu Hause entfernt und während das Hochschleppen auf den Portsdown Hill wirklich anstrengend war, wurde ich oben schließlich mit einem fantastischen Ausblick belohnt. Ich sauste noch den letzten Hügel runter und selbst im übermüdeten Zustand war ich zuversichtlich, dass mich das Rove heil nach unten bringen würde.

 

Fazit

Das Kona Rove ST Rennrad (2016) ist vielleicht ein wenig schwerfälliger als ein spezielles Endurance Rennrad, aber es ist dennoch schnell und auf langen Strecken sehr bequem. Vor allem aber machte es wirklich Spaß, es zu fahren. Falls ihr immer nur auf der Straße unterwegs seid, werdet ihr euch möglicherweise für ein anderes Fahrrad entscheiden, aber wenn ihr auf der Suche nach einem echten Multitalent seid, das auch auf dem Asphalt hervorragende Leistung liefert, lohnt es sich, über den Kauf dieses Rads nachzudenken.

Über den Autor

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Ver ena
Published on: 08 Aug 2016